Skoliose Netzwerk Österreich

SKOLIOSE – PSYCHOLOGIE
Mag. Christian Brem, Psychologe im OptimaMed Revital Resort Aspach

SKOLIOSE – PSYCHOLOGIE
Mag. Christian Brem, Psychologe im OptimaMed Revital Resort Aspach

Auf Basis eines bio-psycho-sozialen Verständnisses von Gesundheit und Krankheit gibt es auch aus dem Bereich der Psychologie Hilfe und Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Skoliose.

Als wissenschaftlich bestätigt gilt, dass sich körperliche (biologische) Faktoren, psychologische und das Verhalten betreffende Faktoren, ebenso wie soziale Komponenten im Leben eines jeden in Wechselwirkung beeinflussen können – zum Beispiel auf Schmerzen bzw. das subjektive Schmerzempfinden. Umgekehrt bzw. in weiterer Folge beeinflusst der Schmerz sowohl körperliche (biologische) Aspekte, hat Einfluss auf die Psyche und das Verhalten, aber auch auf zahlreiche Komponenten des sozialen Lebens.

Im Rahmen einer psychologischen Beratung können derartige individuelle Aspekte eruiert werden, auch eine Objektivierung der persönlichen „inneren Ausgeglichenheit“ ist möglich. Dazu verwendet, wird ein Verfahren zur Messung der sogenannten Herzratenvariabilität (HRV). Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit werden maßgeblich vom Zustand des vegetativen Nervensystems beeinflusst. Es besteht aus dem Sympathikus (unserem „inneren Gaspedal“) und dem Parasympathikus (unserer „inneren Bremse“). Ist Letzterer aufgrund anhaltender bio-psycho-sozialer Ursachen zu schwach, ist unsere Regenerationsfähigkeit eingeschränkt und es treten vermehrt Entzündungen im Körper auf und diverse Beschwerden können entstehen.

Um die Funktionalität dieser „inneren Bremse“ wieder zu verbessern, bieten sich Entspannungstechniken an. Bevorzugt zu empfehlen, ist hierbei die Muskelentspannung nach Jacobson oder auch progressive Muskelrelaxation genannt. Diese hat das Ziel, ein Gefühl für Anspannung und Entspannung (Relaxation) zu bekommen. Das Prinzip beruht darauf, eine Muskelgruppe (z.B. Ballen der Hand zur Faust) zunächst anzuspannen, die Anspannung kurz zu halten und dann zu entspannen.

Neben der Schmerzbewältigung können weiters im Rahmen psychologischer Beratung auch durch die Skoliose entstandene psychische und soziale Einschränkungen und Folgen thematisiert und bearbeitet werden. Also auch der individuelle Umgang, bisherige persönliche Erfahrungen im familiären, beruflichen oder auch beziehungsbezogenem Zusammenhang können thematisiert und enttabuisiert werden.

HRV-STRESSTEST UND BIOFEEDBACK

Wenn wir gesund sind, ist unser Herzschlag nicht so gleichförmig wie ein Uhrwerk, sondern unterliegt feinen zeitlichen Schwankungen von Schlag zu Schlag (Herzratenvariabilität, HRV). Beim Einatmen wird der Puls meist etwas schneller, beim Ausatmen etwas langsamer. Diese zeitlichen Unterschiede geben Auskunft über Belastungs- und Erholungsphasen des Körpers, also wie flexibel sich unser Organismus an die täglichen Anforderungen anpassen kann, wie rasch er bei Leistungen auf Touren kommt, und wie rasch er umschalten kann auf Regeneration, um wieder Kräfte zu tanken. Aus der exakten Messung der HRV ergeben sich Indikatoren für Leistungsfähigkeit, Vitalität und allgemeinen Gesundheitszustand.

Eine Vielzahl von Untersuchungen belegt, dass das Herz fähig ist, sich plötzlich und schlagartig in einen schnellen oder aber in einen langsamen Rhythmus zu bringen. Diese Variation der Herzfrequenz ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Einerseits verändern äußere Einflüsse unseren Herzschlag. Wenn wir zum Beispiel durch Blitz und Donner erschrecken oder uns beim Stiegensteigen oder beim sportlichen Training anstrengen, wenn wir schwere körperliche Arbeit verrichten oder uns über einen Kunden, Geschäftspartner oder Vorgesetzten ärgern, immer dann beginnt unser Herz plötzlich schneller zu schlagen. Und umgekehrt verlangsamt sich der Herzschlag, wenn wir uns entspannen, beispielsweise ein schönes Bild bewundern oder uns von sanfter Musik berieseln lassen.

Zum anderen gibt es auch innere Rhythmen, die in bestimmten Zeitabständen eine Änderung der Herzfrequenz hervorrufen. Biologisch festliegende, automatisch ablaufende innerkörperliche Anpassungs- und Regulationsvorgänge werden über das vegetative Nervensystem vermittelt und sind vom Menschen willentlich nicht direkt, also allenfalls indirekt beeinflussbar. Betroffen sind „Vitalfunktionen“ wie Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Verdauung und Stoffwechsel.

Auch andere Organe oder Organsysteme werden vom vegetativen Nervensystem innerviert, so beispielsweise die Sexualorgane, endokrine und exokrine Organe, wie die Schweißdrüsen, das Blutgefäßsystem (Blutdruck) oder die inneren Augenmuskeln (Pupillenreaktion).

Man untergliedert das vegetative Nervensystem nach funktionellen und anatomischen Gesichtspunkten in

• Sympathisches Nervensystem

• Parasympathisches Nervensystem

Die meisten unserer Organe werden sowohl vom Sympathikus als auch vom Parasympathikus gesteuert. Dabei übernimmt der Sympathikus den aktivierenden Teil und fördert die Leistungsfähigkeit des Körpers, wenn dieser in einen Stresszustand gebracht wird. Eine Folge daraus ist, dass die Herzschläge regelmäßiger werden. Der Parasympathikus tritt entgegengesetzt dann in den Vordergrund, wenn der Körper in Ruhe bzw. in einer Erholungsphase ist. Je stärker der aktuelle Anteil des Parasympathikus ist, desto intensiver ist die Herzratenvariabilität.

Je besser Sympathikus und Parasympathikus zusammenarbeiten, das Herz folglich ungleichmäßiger schlägt bzw. sich damit die HRV erhöht, desto vitaler ist der Mensch, und umso besser kann sich das Herz bzw. der gesamte menschliche Organismus an verschiedene Situationen anpassen und angemessen reagieren (innere Selbstregulation).

Bei Dauerbelastungen des Organismus, durch körperlichen oder mentalen Stress, aber auch z.B. bei chronischen Entzündungen, ändert sich diese Variabilität des Herzschlags: der Herzrhythmus wird starrer. Hält dieser Zustand über längeren Zeitraum an, äußert sich das in dauerhaften Gesundheitsschäden.

Stellen Sie sich ein Fahrrad vor

Um damit gut auf einen Berg klettern zu können, als auch genauso gut auf einer Geraden ordentlich Speed zumachen, ist es wichtig, dass das Bike möglichst viele unterschiedliche Gänge besitzt. So kann die Übersetzung blitzschnell den jeweiligen Straßengegebenheiten angepasst werden. Mit einem Drahtesel, der gerade einmal drei Gänge besitzt, führen die Hindernisse rasch zur Überforderung des Bikers. Ähnlich ist es beim Herzen. Menschen mit eingeschränkter Herzratenvariabilität sind mit größeren Lebensschwankungen sofort überfordert.

ZIELE UND ANWENDUNGSBEREICHE VON HRV STRESSTEST UND BIOFEEDBACK

• Verbesserung der mentalen und körperlichen Belastbarkeit, zur Burnout-Prävention oder bei akuter

  sowie chronischer Stressbelastung, Depression, Erschöpfungszuständen und Erholungsdefiziten

• Reduktion des Herz-Kreislauf Risikos

• Therapieunterstützung bei Diabetes

• Trainingsunterstützung bei Gesundheits-, Leistungs- und Hochleistungssport

Im OptimaMed Revital Resort Aspach werden die Patienten: innen von Mag. Christian Brem betreut und können neben dem HRV Stresstest und Biofeedback bei Einzelgesprächen, Entspannungsübungen und psychologischen Trainees viel lernen um ihrer Gesundheit Gutes zu tun.

Quelle: Bild & Text OptimaMed Revital Resort Aspach

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